【REZENSION】 "Die Schicksalsseherin" von Sarah Neumann





→ KLAPPENTEXT 


Die Koboldvölker sind in Aufruhr. Durch einen Zwischenfall wird bekannt, dass schon bald die gesamte Glücksproduktion brachliegt und damit die Versorgung der angebundenen Anderswelten. Wie werden ihre Kriege enden, wie sich Liebende finden, wenn nicht die Kobolde im richtigen Moment das Glück verteilen? Als auch noch ihr heiliger Baum erkrankt und die Brücken brechen, scheint nur Kriegsveteran Donnersteins friedliebende Tochter Myriel das ganze Ausmaß zu erkennen: Jemand verändert ihrer aller Schicksal!

→ DER ERSTE SATZ 


In dieser Nacht verbarg sich der Neumond hinter einem Schleier aus Wolken und Sternen.


→ INHALT 


In dem Buch geht es um Myriel Leora Donnerstein. Eine Koboldin die zusammen mit vielen anderen Kobolden dafür verantwortlich ist, in den Anderswelten Glück zu verteilen und unter anderem dafür sorgen, dass Liebende sich finden oder das Kriege enden. Zwingend dafür notwendig ist das Glück, welche über die Glücksproduktion gewonnen wird.

Nach einer Untersuchung wird plötzlich bekannt, dass diese Produktion zum erliegen kam und die Anderswelten nicht mehr mit Glück versorgt werden können. Keiner außer Myriel scheint das wahre Ausmaß dieser Katastrophe zu erkennen, denn auch der heilige Baum wird plötzlich krank und die Reisen in die Anderswelten werden immer unmöglich, da die Brücken abreißen.

Schließlich sieht sich Myriel dazu gezwungen dem Schicksal allein gegenüber zu treten, da ihr keiner Gehör schenken will und alle Anderswelten und die Welt der Kobolde kurz vor dem Untergang stehen.


→ FAZIT 


In das Buch von Sarah Neuman bin ich leider etwas schwerer reingekommen. Irgendwie waren gleich zu Beginn die Namen und Begriffe doch sehr gewöhnungsbedürftig. Auch das man quasi mitten in der Arbeit von Myriel beginnt fand ich persönlich etwas verwirrend, weil ich irgendwie keinen Zusammenhang herstellen konnte. Erst nach einigen Seiten fand ich halbwegs in die Geschichte rein und konnte mich auch langsam mit den Namen arrangieren.

Den Schreibstil der Autorin fand ich völlig in Ordnung und er wurde in der Ich-Perspektive verfasst. Es traten vereinzelt Rechtschreibfehler auf oder es fehlten Absätze, sodass man von einem auf den anderen Satz plötzlich in einer völlig anderen Situation war, ohne dass dies durch irgendein Symbol oder Absatz erkenntlich war. Die Sätze fand ich teilweise etwas holprig und verschachtelt, was dazu führte, dass ich hin und wieder Absätze nochmal lesen musste, um zu verstehen was die Autorin sagen wollte. Vielleicht wäre hier eine etwas andere Satzstellung günstiger gewesen. Wichtig ist hier anzumerken, dass nach einem Gespräch mit der Autorin herausgekommen ist, dass diese Formatierung ungewollt ist und so eigentlich nicht sein sollte. Ich hatte mit meiner Ausgabe nur etwas Pech.

Bei den Charakteren war ich auch etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite mochte ich die Idee der Geschichte und die Neuartigkeit hinter der Idee, aber auf der anderen Seite konnte ich mich weder mit Myriel noch mit Seith so ganz identifzieren bzw. mir ein Bild zu ihnen machen. Teilweise war ich wirklich genervt, weil Myriel eine unfassbare Heulsuse ist und gefühlt bei jeder sich ihr bietenden Gelegenheit in Tränen ausbricht. Eigentlich soll sie im Buch die Heldin sein, aber auf mich wirkte sie nur wie ein kleines, verängstigtes Mädchen. Was ich aber positiv hervorheben möchte ist die Wandlung, die Myriel im Laufe der Geschichte macht. Denn zum Schluss ist von dem verheulten Mädchen kaum mehr was übrig. Auch die Beschreibung von Seith und was er letztlich von sich rübergebracht hat, waren für mich zwei verschiedenen Dinge. So war er wohl bis vor 2 Jahren, bis er Myriel getroffen hat, als Rüpel und untreuer Kobold bekannt, der nichts anbrennen lies, aber während der ganzen Geschichte schien kein einziges Mal sein altes Verhalten durch, was ich etwas schöner gefunden hätte, da jeder mal in alte Verhaltensmuster fällt.

Den Verlauf der Geschichte empfand ich etwas schwankend. So gab es Stellen, die mich völlig gefesselt haben und ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht und wie Myriel sich wohl als nächstes entscheidet. Es war doch wirklich sehr spannend und einzigartig. Auf der anderen Seite gab es leider immer mal wieder Stellen, die sich gefühlt wie Kaugummi gezogen haben und die ich am liebsten überblättert hatte, weil ich sie uninteressant fand.

Das Ende fand ich ebenfalls völlig in Ordnung und sogar etwas überraschend. Ich fand es jedoch nicht super dramatisch oder emotional, aber ich habe es so nicht ganz kommen sehen. Aber dennoch hat es mich irgendwie nicht so ganz glücklich gemacht, weil es dann doch ziemlich unspektakulär war. Auch wurden nicht alle Fragen geklärt, sodass ich viele Verhaltensweisen von den Charakteren einfach, auch im Nachhinein, nicht nachvollziehen konnte.

Ich kann nur sagen, dass dieses Buch eine der schwersten Bewertungen war, die ich bisher hatte. Auf der einen Seite steht diese wirklich grandiose Idee und diese magische Welt um die Kobolde, die man kennenlernt aber auf der anderen Seite gab es auch ein paar Schwächen, was mir so furchtbar leid um diese Geschichte tut. Ich hätte so gerne die volle Punktzahl gegeben, weil ich die Grundidee sehr kreativ finde und sie mal etwas anderes ist, kann es aber einfach nicht. Aber trotzdem bekommt das Buch eine definitive Leseempfehlung von mir und ist für junge und alte Leser geeignet, die gerne mal in die Welt der Kobolde eintauchen möchten und etwas über deren Arbeit und Abenteuer erfahren wollen.



3 von 5 Diamanten


Kommentare:

  1. Liebe Nele,

    schade, dass dich das Buch nicht so recht überzeugen konnte. Das Cover sieht toll und vielversprechend aus. Hatte ich eigentlich schon mal gesagt, dass ich deine Diamanten toll finde? ❤️

    Liebe Grüße
    Nadine

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    1. Hallo Liebes,

      dankeschön. Ich mag sie auch total gerne. :)
      Überzeugen konnte mich das Buch schon, aber es hat halt ein paar Schwächen. Die Geschichte ist einfach atemberaubend und einzigartig.

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  2. Ich muss ja mal sagen, dass die Idee sehr neuartig ist und damit voll mein Interesse weckt. Habe zuvor noch kein Kobold Buch gelesen, soweit ich mich erinnern kann, aber auch die Glücksproduktion ist mal was neues. Aber nach dem was du so erzählst, klingt das Buch wohl eher nicht nach etwas für mich, da werde ich es wohl sein lassen :)

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  3. Hey :)

    Eigentlich bin ich grad noch auf der Suche nach einem Buch, dass ich nächste Woche mit in den Urlaub in eines der Tannheimertal Hotels nehmen kann ... Die Inhaltsangabe hat mir eben beim Lesen auch total gut gefallen! Es klingt so richtig schön märchenhaft, umso mehr ist es schade, dass die Geschichte offensichtlich sowohl bei der Rechtschreibung als auch beim Plotaufbau Schwächen hat. Ich lese ja grad selbst so ein Buch, deswegen konnte ich deine Meinung beim Lesen total gut nachvollziehen :).

    Liebe Grüße
    Marie

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