【REZENSION】 "Das Feuerzeichen" von Francesca Haig

Januar 27, 2016





→ KLAPPENTEXT 


Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen. 

Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …

→ DER ERSTE SATZ 


Ich hatte immer gedacht, sie würden nachts kommen, stattdessen ritten die sechs Männer zur heißesten Zeit des Tages über das Flachland.


→ FAZIT 


Das Buch von Francesca Haig spielt in einer dystopischen Welt in der ich unter anderem Cassandra begleiten durfte. Nichts ist mehr so wie es war, denn durch eine nukleare Katastrophe hat sich viel auf der Welt verändert. Nicht nur der Fortschritt ging verloren, sodass Zustände wie im Mittelalter herrschen, sondern auch die Genetik, sodass nur noch Zwillinge geboren werden. Das besondere an diesen Zwillingen war, dass einer von ihnen immer einen Makel hatte und somit als Omega gebrandmarkt wurde. Auch die besondere Verbindung zwischen den Zwillingen war neu, denn sobald dem einen Zwilling etwas zustieß, geschah es auch dem anderen. Somit waren sie stets voneinander abhängig.

Zu Beginn des Buches habe ich zunächst Cassandra kennengelernt, die eine Omega ist. Also ein Zwilling mit einem Makel. Der Einstieg in die Geschichte beginnt nicht ganz am Anfang, sondern zunächst etwas später. Gleich zu beginn geht es kurz etwas turbolent zu und ich war gespannt auf die Geschichte, welche Cassandra zu erzählen hatte.

Den Schreibstil empfand ich überwiegend als einfach und gut zu verstehen, nur hin und wieder waren die Sätze etwas verschachtelt und holprig, sodass ich sie nochmals lesen musste. Erzählt wird die Geschichte von Cassandra in der Ich-Perspektive. Ich konnte viel über die Gedanken von ihre erfahren, denn immer wieder änderte sich die Zeit der Erzählung. Immer wieder gab es Rückblenden aus der Vergangenheit der Hauptprotagonistin, sodass ich diese und ihren Bruder Zach kennenlernen konnte und immer mehr Beweggründe erfuhr. Anfänglich spielte die Erzählung also häufig in der Vergangenheit, während sie gegen Ende hin hauptsächlich in der Gegenwart stattfand.





Die Charaktere konnte ich gut nachempfinden. Vor allem Cassandra konnte ich gut nachempfinden, da ich eigentlich während der ganzen Geschichte über erfahren habe was sie denkt und fühlt. Auch ihren Bruder Zach und Kip konnte ich mir gut vorstellen. Genauso ging es mir mit den vielen weiteren Protagonisten. Fancesca Haig hat jeden wichtigen Charakter gut beschrieben und ihnen dadurch Leben eingehaucht.

Was den Verlauf der Geschichte angeht, hat dieser so einige Schwächen. Denn die ersten 150 Seiten passiert eigentlich, bis ganz zu Beginn, rein gar nichts und die Geschichte hat sich gefühlt eine halbe Ewigkeit in die Länge gezogen. Ich musste mich hier wirklich von Seite zu Seite quälen. Auch nachdem das überwunden ist und die Geschichte einiges an Fahrt und Spannung aufnimmt, hatte ich trotzdem das Gefühl die Autorin hat hier manche Szenen nicht ganz zu Ende gedacht. Manche Stellen war leider völlig unrealistisch und überzogen. Das mag zur Geschichte an sich nicht wirklich dazu gehören, aber ich finde das man sich schon etwas Hintergrundwissen aneignen sollte, wenn man zum Beispiel über Isolationshaft oder wochenlanges Durchqueren einer Wüste schreibt. Definitiv die größte Schwäche sind aber die immer mal wiederkehrenden Längen in dem Buch, bei den 30, 40, 50 Seiten einfach absolut nichts passiert und ich mich wirklich gelangweilt habe.

Dann nahm das Buch immer mehr Fahrt auf und neigte sich dem Ende entgegen. Es passierten viele Dinge auf einmal und es wurde nochmal so richtig spannend. Cassandra trat ihrem Zwillingsbruder Zach gegenüber und es gab einige unerwartete Vorfälle. Zum Glück ist es kein böser Cliffhanger, aber dennoch möchte ich wissen was Alphas und Omegas wohl als nächstes planen.

Zusammenfassend kann ich nur folgendes Urteil abgeben:
Die Geschichte und die teils sehr erschreckende Welt ist wahnsinnig fesselnd und aufregend. Sie trifft genau meinen Geschmack und macht mich schon sehr neugierig auf den nächsten Teil. Dem gegenüber stehen allerdings die regelmäßigen Längen in der Geschichte sowie einige Logikfehler, die vielleicht besser hätten umgesetzt werden können. Dennoch kann ich das Buch denjenigen empfehlen, die es nicht stört sich etwas durch die Seiten zu kämpfen aber trotzdem eine gute Story geboten zu bekommen.


3 von 5 Diamanten



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